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Testberichte: über 200 Staubsauger & Saugroboter auf unserer Teststrecke im Vergleich

Aus für das Energielabel

Das Ende des Energielabels ist erst einmal beschlossene Sache. Zwölf Jahre hat es von der ersten Idee bis zur Einführung gedauert. Im September 2014 hat die europäische Union endlich das Energielabel für Staubsauger eingeführt. Die Verbraucher konnten anhand dieses Labels einiges an Informationen über das für Sie interessante Gerät erfahren. Vor allen Dingen hatten die Verbraucher endlich die Möglichkeit, die Geräte miteinander zu vergleichen. So konnten Sie an diesem Label folgende Eigenschaften des Staubsaugers ablesen:

  • Hersteller und ModellbezeichnungPhilips Bodenstaubsauger 9332/09-6
  • Energieeffizienzklasse
  • durchschnittlicher jährlicher Energieverbrauch
  • Reinigungsleistung auf Hartböden
  • Reinigungsleistung auf Teppichen
  • Staubemissionsklasse
  • Geräuschbelastung

Wer also ein besonders gutes Modell für die Teppichbodenreinigung suchte, sollte ein Gerät mit der Teppichreinigungsklasse A kaufen. Wer allerdings ein besonders allergikerfreundliches Gerät suchte, der achtete bisher auf die Staubemissionsklasse.

Doch nicht nur die neuen Staubsauger, die auf den Markt kommen, dürfen den Aufkleber des Energielabel nicht mehr haben. Auch auf allen älteren Geräten muss dieses Label entfernt werden, soweit dem Händler zumutbar.  Dieses Verbot gilt auch für Werbung in Printmedien, im Internet sowie für das Bewerben der Artikel im Verkaufsraum.

Sollten die Hersteller oder Verkäufer dieses Verbot missachten, drohen Abmahnungen nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Auch Bußgelder können fällig werden durch die zuständige Marktüberwachungsbehörde.

EU verpasste den Einspruch beim Energielabel

Ausschlaggebend ist ein Urteil des EU-Gerichtes in Luxemburg im Streit mit dem Hersteller Dyson. Der Hersteller Dyson hatte das Testverfahren angegriffen. Die Geräte des Herstellers Dyson arbeiten alle ohne Beutel. Und weil die Energieeffizienz nur mit leeren Staubbehältern getestet wurde, entsprächen laut Dyson die Prüfungen nicht der Alltagspraxis. Die Ergebnisse seien mithin irreführend, weil der Stromverbrauch bei sich füllendem Beutel steige. Die Richter sahen den Einwand als begründet an und kippten das Verfahren.Die EU-Kommission hat gegen dieses Urteil keine Rechtsmittel eingelegt. Die U-Kommission begründet Ihre Untätigkeit mir dem Fehlen von ausreichenden rechtlichen Grundlagen für einen Widerspruch. Somit ist die entsprechende Verordnung bereits am 19. Januar diesen Jahres ausgelaufen.

Mit dem Ende des Energielabels fällt für Verbraucher ein großer Vorteil weg

Denn die Verbraucher können die Energielabel der Geräte nicht mehr miteinander vergleichen. Galt bis Januar ein Gerät mit der A+++ Kennzeichnung als Maß aller Dinge, so fehlt ab Januar diesen Jahres heute die Kennzeichnung.  Der Käufer kann ab sofort nur noch die Herstellerangaben zum Vergleich heranziehen.

Das einzig Gute ist, dass von der Entscheidung des EuG allerdings nur die Verordnung zum Energielabel betroffen ist. Die EU-Regeln zur Energieeffizienz werden durch das Gerichtsurteil nicht in Gänze in Frage gestellt. So gilt weiterhin die Begrenzung der Wattleistung auf 800 Watt. Dies soll verhindern, dass die alten stromfressenden Geräte wieder auf den Markt kommen. Denn vor dem Energielabel haben sich alle Hersteller mit hohen Wattleistungen überboten. Waren doch die Verbraucher im Glauben, dass hohe Wattleistungen für eine hohe Saugleistung steht. Das dies nicht der Fall ist, sollte mittlerweile allen Verbrauchern bewusst sein.

Siemens VS06B1110 mit Energielabel

Wie geht es weiter in Sachen Energieeffizienz

Beachtet man, dass der Energieverbrauch von Staubsaugern in Deutschland gerade einmal 1% ausmacht, dann kann man als EU-Bürger sicher die Notwendigkeit des Energielabels in Frage stellen. Dennoch möchte keiner einen Staubsauger nutzen, der zwar eine ganze Menge an Strom verbraucht, aber vorne an der Düse nichts ankommt. Und das jeder Hersteller seinen Staubsauger in den Vordergrund stellen will, ist auch logisch. Dennoch sollte der Käufer die Möglichkeit haben, die Geräte selber miteinander zu vergleichen. Dies war durch das Energielabel gegeben. Denn jeder Verbraucher hat andere Ansprüche an die Geräte.

Die EU denkt zwar bereits über eine neue Verordnung nach, diese dürften wir aber frühestens im Herbst 2021 erwarten. Auch die Energieeffizienzanforderungen an andere Haushaltsgeräte wird derzeit überprüft. Einfacher wird es für die Verbraucher durch das Ende des Energielabels definitiv nicht. 


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