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Testberichte: über 200 Staubsauger & Saugroboter auf unserer Teststrecke im Vergleich

Was bedeutet Pascal beim Staubsauger?

Wenn Du einen neuen Staubsauger kaufen möchtest, musst Du nicht nur Geld investieren, sondern auch Zeit. Denn: Die Auswahl ist so riesig, dass die Entscheidung wirklich schwer ist. Was soll es denn sein – ein Stielstaubsauger, Handstaubsauger, Saugroboter, Akkusauger, Bodenstaubsauger oder Nass-Trocken-Sauger? Bevorzugst Du einen beutellosen Zyklonstaubsauger oder ein Modell mit Staubsaugerbeutel? Und welcher Hersteller soll es sein – Vorwerk, Dirt Devil, Dyson, Dreame, Orfeld, Tineco oder Bosch? Fragen über Fragen, mit denen Du Dich vor dem Kauf beschäftigen musst. Schaust Du dann genauer in die Herstellerangaben, tauchen schon wieder die nächsten Fragezeichen in Deinem Kopf auf. Dort schmeißen die Hersteller nur so mit Abkürzungen und Fremdbegriffen wie Pa, kPa, mmWS und AW um sich, um die Saugkraft anzugeben. 

Vor allem Pascal (Pa oder kPa) wird von den Staubsaugeranbietern gerne genutzt, um die Saugleistung vergleichbar zu machen. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem Wert? Wie wird er bestimmt? Und eignet er sich wirklich, um die Saugkraft verschiedener Staubsauger miteinander zu vergleichen? In diesem Artikel bringe ich etwas Licht ins Dunkel und verrate Dir, wie Du einen leistungsstarken Staubsauger für Deine Anforderungen findest. 

Pascal Staubsauger

Wattzahl ist kein eindeutiges Indiz für die Leistung 

Zunächst findest Du in den Produktbeschreibungen häufig die Leistung in Watt. Hier gilt, anders als viele vermuten, aber nicht das Motto „je mehr, desto besser“. Ganz im Gegenteil: Die Wattzahl beschreibt den Strombedarf des Staubsaugers. Je höher sie ist, desto mehr Strom benötigt das Gerät im Betrieb. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass auch die Motorleistung hoch ist. Der Motor kann minderwertig verbaut oder aus schlechten Komponenten zusammengesetzt sein. Dann braucht er zwar viel Strom, bietet aber keine hohe Saugleistung.  

Generell haben Staubsauger – egal ob Bodenstaubsauger, Stabstaubsauger oder Akkusauger – heute eine viel geringere Wattleistung als früher. Das ist notwendig, um eine gute Energieeffizienz zu erreichen. Die EU beschränkte die Leistungsaufnahme bei Staubsaugern im Jahr 2017 dabei auf 900 Watt. Eine höhere Wattzahl findest Du bei modernen Staubsaugern daher ohnehin nicht mehr. Dementsprechend ist die Wattleistung als Kriterium für die Saugleistung im Prinzip raus – und andere Werte müssen zum Vergleich herangezogen werden. 

Pascal als Angabe für die Saugkraft 

Viele Hersteller geben heute die Saugkraft in Pascal an. In der Physik steht diese Einheit für die Druckdifferenz. Dieser Wert ist deutlich sinnvoller, denn: Staubsauger erzeugen durch Unterdruck einen Luftstrom, um Staubpartikel, Tierhaare und sonstigen Schmutz von Deinen Teppichböden und Hartböden aufzunehmen. Ein hoher Pascal-Wert bedeutet also, dass ein großer Unterdruck erzeugt wird und die Saugkraft entsprechend hoch ist. 

Leider funktioniert der Umkehrschluss „je höher der Pascal-Wert, desto besser die Saugkraft“ in der Praxis auch nicht zu 100 Prozent. Das Problem ist nämlich, dass sich die Hersteller selbst um die Messung des Pa-Wertes kümmern müssen. Regeln, wo genau der Wert mit dem Messgerät bestimmt werden muss, gibt es allerdings nicht. Die meisten Hersteller messen dabei direkt am Motor, wo der Wert am höchsten ist. So lässt sich ja ein besserer Werbeeffekt erzielen. Allerdings kann die Saugkraft auf dem Weg bis zur Saugdüse oder -bürste enorm abnehmen – gerade, wenn die Luftführung nicht optimal ist und es undichte Stellen gibt. Daher solltest Du auch die Pascal-Werte immer mit Vorsicht genießen. In der Regel rangieren die unterschiedlichen Staubsaugermodelle bei den Pascal-Werten in folgenden Bereichen:

  • Staubsaugroboter: 2000 bis 4000 Pascal
  • Akku-Staubsauger: 10.000 bis 20.000 Pascal
  • kabelgebundene Bodenstaubsauger: 13.000 bis 25.000 Pascal

Manche Hersteller geben die Werte auch in kPa an. Das ist die Abkürzung für Kilopascal. Zum Umrechnen teilst Du einfach den Pascal-Wert durch 1000 und bekommst so den Kilopascal-Wert. 

Und was sind dann Air Watt?

Um die Verwirrung komplett zu machen, setzen manche Hersteller nicht auf den Pascal-Wert, sondern geben die Saugleistung in Airwatt (AW) an. Damit wird die Luftleistung bezeichnet. Der Wert gibt die Luftmenge an, der in einer Minute bewegt wird. Aber auch der dabei erzielte Unterdruck und die vom Motor verbrauchte elektrische Leistung spielen für die Airwatt-Berechnung eine Rolle. 

Das Problem ist hier aber dasselbe wie bei Pascal: Auch dieser Wert wird direkt am Motor gemessen. Leider wird nicht bestimmt, wie viel Saugkraft an der Düse noch übrig ist. Außerdem ist Air Watt auch keine physikalische Einheit, die international gilt. Dementsprechend kann dieser Wert ebenfalls kaum für einen Vergleich der Saugkraft herangezogen werden. 

AirWatt

AitWatt gibt an wie viel Luft pro Minute bewegt wird!

Wie findest Du nun einen leistungsstarken Staubsauger?

Natürlich wünschst Du Dir einen Staubsauger mit einer guten Staubaufnahme, damit Deine Böden wirklich zuverlässig von Staub und Schmutz befreit werden. Die Werte wie Pa, kPa und AW sind lediglich eine erste Orientierung zur Qualität, haben alleine aber nur wenig Aussagekraft. Sie lassen sich auch nicht gut miteinander vergleichen. 

Wie hoch die Saugkraft am Ende ist, wird durch die Kombination mehrerer Komponenten des Staubsaugers bestimmt. Wichtig ist, dass die Motor- und Saugleistung zur Düsenkonstruktion und zum Saugrohr passen. Alle Elemente müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Das Gehäuse muss dicht, die Filtertechnik effizient sein. Sämtliche Teile sollten perfekt zueinander passen. 

Ob das so ist, lässt sich anhand eines Wertes leider nicht beurteilen. Aber: Du kannst natürlich meine Testberichte für Deinen Kauf heranziehen. In meinem Warentest überprüfe ich die Saugqualität, die Handhabung, die Verarbeitung und viele weitere Kriterien und leite daraus klare Kaufempfehlungen ab. Ich rate generell dazu, bei der Anschaffung vor allem auch die folgenden Aspekte im Auge zu behalten:

  • Geräuschpegel im Betrieb (Dezibel-Angabe)
  • einfache Entleerung des Staubbehälters beziehungsweise Austausch der Staubbeutel mit wenigen Handgriffen 
  • verwendetes Filtersystem: guter Abluftfilter, HEPA-Filter für Allergiker
  • hohe Akkukapazität bei kabellosen Geräten für lange Betriebszeit 
  • möglichst lange Akkulaufzeit und kurze Ladezeit bei Akkusaugern 
  • Fassungsvermögen des Staubbehälters bei beutellosen Modellen
  • mitgeliefertes Zubehör – zum Beispiel Wandhalterung mit Ladestation, Bodendüse, Polsterdüse, Turbobürste, Elektrobürste für die Tiefenreinigung, Bodenbürste und Fugendüse 
  • gute Erkennung von Hindernissen, effiziente Navigation, Absaugstation und gute Wischfunktion bei Saugrobotern 

Versuche beim nächsten Staubsaugerkauf einfach, die verwirrenden Abkürzungen nicht allzu sehr zu beachten. Orientiere Dich stattdessen an meinen Testberichten und behalte stets Deine eigenen Anforderungen im Blick. Überlege vorab, auf welchen Untergründen Du häufig saugst, wo Du Deinen Staubsauger verstauen möchtest und wie flexibel er sich einsetzen lassen muss. Weitere wichtige Fragen für die Anschaffung sind etwa, ob Du Haustiere hast oder ein Allergiker im Haushalt lebt.


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